Stimmgeräte

Verstimmte Saiteninstrumente sind ein echter Stimmungskiller. Weswegen sich wirklich jeder, absolut jeder Gitarrist, Bassist oder Streicher ein Stimmgerät kaufen sollte - allein schon dem Hörgenuss zuliebe. Die Zeit, als Instrumentalisten noch Stimmpfeife oder Stimmgabel im Instrumentenkoffer trugen, ist dabei längst vorbei - elektronische Tuner haben sich als Standard etabliert, denn sie führen schneller, zuverlässiger und präziser zum Ergebnis als das Stimmen nach Gehör. Und es gibt für jeden Anwendungsfall die passende technische Lösung. weiterlesen

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Wie funktioniert ein Stimmgerät?

Wie benutze ich ein Stimmgerät?

Arten von Stimmgeräten

Stimmgeräte für Anfänger

 

Wie funktioniert ein Stimmgerät?

Das Prinzip ist immer gleich: Das Gerät analysiert das Tonsignal nach der Hauptfrequenz und stellt die ermittelte Tonhöhe optisch dar. Gleichzeitig wird der nächste Ton als "Zielpunkt" dargestellt, so sieht man, ob man drüber oder drunter liegt und entsprechend höher oder tiefer gehen soll. In aller Regel orientiert sich die Skala an der wohltemperierten Stimmung, bei der Referenzton A auf eine Schwingung von 440 Hz festgelegt ist. Der Abstand zwischen zwei Tönen wird übrigens in 100 Einheiten unterteilt, die "Cents" genannt werden - damit kann man etwa konkret benennen, dass eine Seite um 20 Cent verstimmt ist. Die meisten Geräte haben sowohl ein Mikrofon eingebaut als auch eine Buchse für den direkten Input des Tonsignals. Damit kann man akustische Instrumente wie Akustikgitarren oder Streichinstrumente einfangen, aber auch elektrische Gitarren einstöpseln, die unverstärkt zu leise wären. Neue Stimmgeräte mit Clip, die einfach an den Kopf (der Gitarre natürlich!) geklemmt werden, nehmen die Saitenschwingung über einen Vibrationssensor auf.

Wie benutze ich ein Stimmgerät?

Möglichst oft natürlich! Du stimmst Saite für Saite, bis diese sicher auf dem gewünschten Zielton ist und die Nadel bzw. LED bei schwingender Saite konstant im Zielbereich bleibt. Bei heftigem Anschlagen der Saite erklingt der Ton zuerst etwas zu hoch, der Nachklang sollte aber dann auf der richtigen Tonhöhe einpendeln. Am besten erkennt die Elektronik Flageolet-Töne im 12. Bund, da bei diesen weniger Obertöne mitschwingen, weswegen du auch immer wieder mal einen solchen anspielen solltest. Es kann durchaus sein, dass du die ganze Prozedur nicht nur einmal durchführst, gerade bei E-Gitarren mit beweglichem Tremolo-System beeinflussen sich die Spannungen der Saiten gegenseitig. Zum Testen spielst du ein paar Akkorde, daran kannst du schnell hören, ob die Tonhöhen miteinander harmonieren, oder ob du noch einmal eine Saite nachziehen musst. Gerade bei neu aufgezogenen Saiten dauert es etwas, bis die Saite nicht mehr "arbeitet", also nachgibt. Den Prozess kannst du übrigens beschleunigen, indem du die Saiten über die ganze Länge der Mensur "stretchst", also beim Steg beginnend nach oben wandernd immer wieder kräftig nach oben ziehst.

Arten von Stimmgeräten

Wenn du ein Stimmgerät kaufen willst, stehst du erst einmal vor einer großen Auswahl. Hier sind ein paar Merkmale, auf die du achten kannst:

Format: Von klein bis groß ist alles möglich. Kleine Clip-On-Tuner sind super praktisch, denn sie können immer am Instrument bleiben und finden auch überall Platz. Auch solche mit kastenförmigem Gehäuse sind nicht größer als eine Zigarettenschachtel und passen bequem in jede Gitarrentasche. Für E-Gitarristen bietet zum Beispiel Boss Pedale an, die ins Effektboard integriert werden - so ist die richtige Stimmung nur einen Fußtritt weit weg. Wer wie einige Bassisten ein 19"-Rack spielt, ist mit einem 19"-Racktuner gut bedient, dessen große LED-Anzeige auch noch auf einige Entfernung gut zu erkennen ist.

Chromatisch oder spezialisiert: Mit einer automatischen Tonerkennung sind inzwischen alle Modelle ausgestattet. Manche sind jedoch auf Bass und Gitarre eingestellt und haben LEDs für die Töne E-A-D-G-H-E. Ein Problem haben dann die Gitarristen, die ein anderes Tuning (wie Drop D) einstellen wollen oder eine 7-Saiter oder Baritongitarre nutzen. Da wird ein chromatisches Stimmgerät gebraucht, welches jeden Ton erkennt. Wer also gelegentlich mit unterschiedlichen Tunings arbeitet, ist mit einem solchen Modell besser bedient. Übrigens gibt es auch Geräte, die schon beliebte alternative Gitarrenstimmungen vorprogrammiert haben.

Display: Die Tonhöhen und deren Abweichungen können auf verschiedene Arten dargestellt werden: Entweder mit LEDs, einer LCD-Anzeige oder mit einer schwingenden Nadel über einer Skala. Letzteres zeichnet die Geräte der Profiklasse aus, die zum Beispiel von Klavierstimmern benutzt werden, wie etwa das Korg OT-120 - hier ist die Anzeige einfach am genauesten. Für Gitarristen tut es meist auch eine einfache 5-LED-Lösung. Soll es auf der Bühne zum Einsatz kommen, muss man die schlechten Lichtverhältnisse mit bedenken, wo die LCD-Displays meist zu schlecht zu lesen sind.

Lässt sich die Kammertonfrequenz ändern? Manchmal ist es nötig, ein paar Cent von der Grundstimmung abzuweichen, wenn man etwa zu einem nicht sauber gestimmten Sample oder Klavier mitspielen will. Viele Tuner, wie z.B. der Korg CA-40, bieten die Möglichkeit, den Referenzton nicht auf 440 Hz zu belassen, sondern die gesamte Skala einfach um ein paar Hertz höher oder tiefer zu setzen.

Stimmgeräte für Anfänger

Das Gute: sofern man nicht ein ausgefeiltes Profigerät für Klavierstimmer kauft, reden wir von einer Investition von ca. 5-15 Euro, die das Leben jedoch wesentlich einfacher macht. Ein Stimmgerät verkaufen wirklich ausnahmslos alle Musikhändler, öfters sind sie auch Teil eines Gitarren-Sets.