Delays & Echos

Effekte sind das Salz in der Suppe, deswegen sind sie auch bei fast jedem Gitarristen zu finden, und bei Live-Mischern und Produzenten sowieso. Eines der Pedale, das zur Grundausstattung gehört, ist das Delay bzw. der Echo-Effekt. Für Gitarristen (natürlich auch für Sänger und Keyboarder) sind Delays äußerst vielseitig einsetzbar. Sie verleihen dem Ton Räumlichkeit – oder schicken ihn in schwebende Sphären.

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Delay und Echo Effekte: Gibt es einen Unterschied?

Delay Effekt richtig einsetzen

Bestes Delay für Gitarre: was sind die Klassiker?

Delays kaufen – neu oder gebraucht?

 

Delay und Echo Effekte: Gibt es einen Unterschied?

Das Prinzip ist einfach: Der gespielte Ton wird mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung mehrfach wiederholt, weniger laut als das Originalsignal. Von dieser Verzögerung, nichts anderes heißt „Delay“, hat der Effekt seinen Namen. Das klingt tatsächlich nach dem Echo im Gebirge, das man fragt, wie denn der Bürgermeister von Wesel heiße. Die beiden Bezeichnungen sind also synonym. Dass sich zwei Bezeichnungen für das gleiche Prinzip eingebürgert haben, hat mit verschiedenen Modellen zu tun, die von den jeweiligen Herstellern unterschiedlich benannt wurden. Abzugrenzen davon ist nur das Reverb, bzw. der Hall, welches die komplexen Reflektionen eines Raums nachbildet und den Ton nicht mit Echos, sondern mit Nachhall anreichert.

Delay Effekt richtig einsetzen

Wie schon oben angedeutet, sind Delays immens vielseitig und können dezent eingesetzt werden oder den Song prägen. Man denke an die einleitenden Akkorde von „Entre Dos Tierras“, an die flächigen Gitarren von U2s The Edge, an „Walking On The Moon“, an die frühen Pink Floyd … Die essenziellen Regler sind:

• Mix (Effektanteil): Regelt das Verhältnis von Originalsignal und dem verzögerten Effektsignal, also wie stark das Delay überhaupt hörbar ist – subtil oder volle Kanne?

• Feedback: Hier stellst du ein, wie lange der Ton nachklingen soll, bzw. wie viele Wiederholungen erfolgen.

• Delay/ Time: Hier regelst du, wie viele Millisekunden später das Signal wiedergegeben wird. Kürzere Effektzeiten wirken wie ein Reverb, geben also den Eindruck eines hallenden Raums. Das im Rockabilly gerne eingesetzte ‚Slapback Delay‘ hat eine Verzögerung von ca. 50 bis 150 ms und macht den Gitarrenton präsenter und breiter. Mit längeren Zeiten lassen sich dagegen interessante rhythmische Effekte erzeugen.

• >Andere Funktionen: Je nachdem, wie das Delay-Pedal beschaffen ist, lassen sich evtl. verschiedene Arten von Delays einstellen (z.B. Stereo, Reverse, PingPong …). Sehr praktisch ist die Tap-Funktion, die manche Pedale wie Line6 DL4 oder TC Electronics Modell Flashback XL4 haben: Damit kannst du das Songtempo durch in Echtzeit bestimmen. Tritt während des Spielens die Viertel auf die Tap-Taste, dann passt sich der Effekt dem Tempo an – sehr praktisch, um rhythmische Delay-Effekte zu spielen, ohne dass sich die Band einem Clicktrack unterwerfen muss.

Neue Delays machen sehr viel Spaß – am besten erschließen sich ihre Funktionen über hemmungsloses Ausprobieren und Herumspielen. Vielleicht inspiriert dich der Sound ja gleich zu einem neuen Song …

Bestes Delay für Gitarre: was sind die Klassiker?

Grundsätzlich gibt es drei Typen von Delays: Digital, Analog oder mit Tonband. Entstanden sind sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.

Zuerst entstand das Bandecho, das auf einer Tonbandschleife beruhte, die zuerst beschrieben und von mehreren Leseköpfen wieder abgenommen wurde. Dabei handelte es sich um große Kästen, die wenig zuverlässig und verschleißanfällig waren, aber klanglich einen sehr eigenen Charme besaßen. An diesen wollen manche neue Delays wie etwa das Line6 DL4 anknüpfen, indem sie die Klangcharakteristika digital nachbilden. Wer‘s richtig authentisch mag: Der „Replicator“ von T-Rex bringt sogar eine echte Bandschleife in ein Pedalformat.

Analoge Delays waren der nächste Schritt, der dem Delay auch in die Effektkette der Gitarrenzunft verhalf. Diese zeichnen sich durch dichten, warmen Echo-Klang aus. Beliebte Modelle sind etwa der „Moogerfooger“ von Moog, Ibanez‘ AD9 oder Electro Harmonix‘ Memory Boy.

Mit den Möglichkeiten des Digitalen tat sich natürlich eine neue Spielwiese für Sounddesigner auf. Zuerst musste man feststellen, dass digitale Delays zwar das Signal kristallklar wiedergeben, aber der warme Charakter analoger Pedale gerade darin besteht, dass die Wiederholungen etwas dumpfer erklingen. Darauf reagierten die Entwickler inzwischen, oftmals lässt sich die analoge Klangcharakteristik über einen „Tape“-Schalter einschalten. Und sie erkundeten die Möglichkeiten, denn in digitalen Delays lassen sich viele verschiedene Funktionen unterbringen. Etwa Stereo-Delay, Ping Pong-Delay (das für Gitarristen aber nur Sinn macht, wenn man zwei verschiedene Amps ansteuert), das sehr abgefahrene Reverse Echo, bei dem die Wiederholungen rückwärts abgespielt werden, die Hold-Funktion, bei der das Delaysignal gar nicht abebbt, man kann die Echos in der Tonhöhe verrücken, zwei Delays hintereinander setzen … vor allem bei Postrock-Bands wird reichlich von den diesen Pedalen Gebrauch gemacht, um den Ton zum Schweben zu bringen wie es sonst nur Keyboarder können. In Punkto digitale Delays hat sich vor allem Boss etabliert, mit dem DD-3, DD-7 oder DD-500.

Delays kaufen – neu oder gebraucht?

Es gibt sehr viele Firmen, die Delays verkaufen. Empfehlenswert sind viele. Entscheidend wird die Frage sein, wozu man das Pedal einsetzen will – um der Gitarre ein wenig Farbe zu verleihen, oder sie in ganz andere Sphären zu bringen? In letzterem Fall sollte man Modelle mit mehr Möglichkeiten wählen. NeueDelays sind zum Teil schon für einen zweistelligen Betrag zu erwerben. Delays gebraucht kaufen schont das Budget, und da Effektpedale eigentlich nicht veralten und nur wenig verschleißen, können Delays gebrauchteine gute Alternative zum Neukauf bieten.